Es wird langsam zur Tradition. Nach jedem blutleeren Auftritt seiner Mannschaft lässt es Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski verbal ordentlich krachen. So verwunderte es nicht weiter, dass er auch nach dem 2:2 gegen Augsburg auf die Barrikaden ging - und eisige Zeiten für seine Mannen ankündigte. "Mit dem Streicheln und Tätscheln ist es vorbei. Der Zeitpunkt ist gekommen, an dem nichts mehr schönzureden ist."
Durch ein 1:1 in Hamburg verliert Bayern München die Tabellenführung am 20. Spieltag an Borussia Dortmund. Hamburg begann stark und ging nicht unverdient in Führung. Danach übernahm der Rekordmeister die Initiative, tat sich gegen gut verteidigende Hanseaten aber lange Zeit schwer, ehe der eingewechselte Olic noch für den Ausgleich sorgte.
Die Spitzenteams hatten am Samstag kein Glück. Schalke kam gegen Mainz nicht über ein Remis hinaus, für Gladbach langte es in Wolfsburg nur zu einem Zähler. Und auch die Bayern konnten am Abend in Hamburg nicht siegen. Bayer Leverkusen gab gegen Stuttgart kurz vor Schluss noch den Sieg aus der Hand, richtig düster sieht es für die Hertha aus - 0:1 gegen Hannover. Meister Dortmund setzte sich in Nürnberg durch und ziert die Spitze. Bayern tritt am Abend beim HSV an.
Pech für Bayer Leverkusens Sidney Sam: Am Samstagnachmittag verletzte sich der Mittelfeldmann beim 2:2 gegen den VfB Stuttgart. Beim Linksfuß ist die alte Muskelverletzung wieder aufgebrochen. "Bei Sidney dürfte es keine kurzfristige Geschichte sein", meinte Bayer-Trainer Robin Dutt. Der Leverkusener Coach schickte den pfeilschnellen Sam in der 72. Minute in die Partie gegen die Schwaben, doch er musste wenig später schon wieder den Platz verlassen.
Der Fehlstart ist perfekt: Hertha BSC verliert auch das dritte Spiel und ist in der Rückrunde noch ohne Punktgewinn. Beim Heimspiel gegen Hannover erspielten sich die Berliner massenhaft Torchancen, brachten den Ball aber nicht im Tor unter. Eben dieses Killerinstinkt zeigte 96-Stürmer Abdellaoue, der das Tor des Tages erzielte. Herausragend agierte auch Torwart Zieler, der mit exzellenter Strafraumbeherrschung überzeugte.
Nach einer umkämpften, aber nicht hochklassigen Partie trennten sich der VfL Wolfsburg und Mönchengladbach mit 0:0. Die Borussia verliert daher im Kampf um die Tabellenspitze Boden an die Konkurrenz. Im chancenarmen ersten Abschnitt hatte die "Fohlenelf" mehr Spielanteile, während der Ex-Meister aus Niedersachsen nach dem Seitenwechsel tonangebend war.
Der FC Augsburg holte einen weiteren wichtigen Auswärtspunkt gegen den Abstieg, wird sich allerdings ärgern, beim Gastspiel in Sinsheim nicht mehr erreicht zu haben. Die Hausherren hatten nur wenige gute Minuten vor und nach der Pause anzubieten, während die Gäste unverdrossen kämpften, mit etwas Pech aber mit dem Unentschieden zufrieden sein mussten.
In einer am Ende turbulenten Partie sicherte sich Stuttgart in Leverkusen einen verdienten Punkt. Der VfB konterte Bayers frühe Führung Mitte des ersten Durchgangs. Die bis zur Pause verflachte Begegnung sah die Werkself unmittelbar nach Wiederanpfiff erneut in Front. Die Schwaben, nach einer guten Stunde in Überzahl, rannten lange Zeit erfolglos und ohne Esprit an, ehe spät doch noch der Ausgleich gelang. Molinaros Feldverweis in der Nachspielzeit sorgte dann nochmals für Gesprächsstoff.